![]() |
|||
|
im Januar 2000
Es geht zum kleinen Suq von Buraimi. Man soll dort vor allem alten Silberschmuck, Henna und Stoffe kaufen können. Nur 20 Minuten werden uns zum Rumstreunen gelassen. Warum bloß immer so wenig Zeit für die interessantesten Sachen, wenn man mit Gruppen unterwegs ist? frage ich mich. Der Suq ist wirklich nicht groß und enthält lediglich einen Längs- und kurzen Quergang in einem Flachgebäude. Kleine nach vorne offene Geschäfte reihen sich beidseitig aneinander. Jedes Lädchen führt aber nur entweder Stoffe oder Gewürze oder Schmuck usw.; sie sind alle auf bestimmte Warengruppen spezialisiert. Einige Verkäufer sitzen dagegen auf der Straße und bieten allerlei um sich ausgebreiteten Krimskrams an. Interessant auch, daß es ganze Geschäfte gibt, die haufenweise Gewehre älterer und auch neuerer Bauart sowie Flinten, Vorder- und Hinterlader im Angebot haben. Was wollen die Leute nur damit? Wirklich schießen oder lediglich als Dekoration oder als Zeichen ihrer Würde und Männlichkeit? Ich weiß es nicht. Allerdings bin ich mir sicher, es noch irgendwann zu erfahren. Denn das Sultanat Oman ist jetzt bereits als weiteres Fernreiseziel vorgemerkt.
So wichtig der Kauf und Verkauf für die Omanis auch sein mag, ebenso wichtig scheint ihnen offenbar aber auch der Kontakt und das Geplauder untereinander zu sein. Das eigentlich Faszinierende in Buraimi sind für mich jedoch die Typen, die hier so rumlaufen. Sie haben etwas aus Tausendundeiner Nacht an sich. Sie wirken geheimnisvoll düster mit ihren dichten schwarzen oder grauen Bärten, den dunklen Augen und den langen Kutten sowie ihren verschiedenartig gebundenen Turbanen.. Viele Gesichter sind so interessant und ausdrucksstark, daß ich sie am liebsten alle fotografieren wollte. Zumindest zwei, drei dieser abweisend erscheinenden Gestalten muß ich aber unbedingt in meinen Kasten bekommen. Ärgerlich, die Zeit drängt schon wieder. Ich benutze meine erfahrungsgemäß oft zum Erfolg führende Methode und versuche einen kleinen - wenn möglich lustigen - Plausch mit dem ausgesuchten Opfer. Und es klappt selbst mit diesen dem Märchen entsprungenen Muselmanen. Der sitzende, alte Verkäufer bittet sogar um einen Moment Geduld, um seinen silberbeschlagenen Vorderlader zu ergreifen und sich in rechte Positur zu bringen. Die Umstehenden müssen lachen und schon habe ich ein weiteres Opfer im Kasten. Jetzt aber schnell zurück zum Bus. Wie kaum anders zu erwarten, wir sind natürlich nicht vollzählich. Julia geht ihre fehlenden Schäfchen suchen und kommt mit dem Ehepaar zurück, das uns vorhin gefragt hatte, ob der Bus linkrum oder rechtsrum vom Suq stehe. Ich hatte ihnen rechtsrum geantwortet; offenbar hatten sie es nicht glauben wollen, denn sie gingen linksrum. |
|||
Homepage - Ihren Reisebericht aufnehmen - - Impressum - zurück zu www.dubai-reisen.info |