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im Januar 2000
Heute steht das Buffet unter dem Motto: Englischer Abend. Na, na!? Die Nationalitätenkarte wechselt täglich und mit ihr auch der Dress der Angestellten. Von der zierlichen Smoki-Dame bekommen wir erneut den herrlichen Erker zugewiesen. Eine weitere, sehr aufmerksame Asiatin, die ich als Ceylonesin einstufe, macht ihre Honneurs: "welcome, beautiful lady, good man", zupft meine Serviette zurecht und ordnet nochmals das bereits bestens liegende Besteck. Begeistert bestätigt sie, tatsächlich aus Sri Lanka zu kommen. Das Essen wieder ein Genuß. Welcher Aufwand mag aber dahinterstecken: angefangen vom Import der meisten Waren bis hin zu dieser Bilderbuchdekoration. Den Porridge spare ich aus, nehme dafür lieber ein prächtiges, zartes Stück vom Puter. Einige der umsitzenden Gesichter sind uns schon bekannt. Das schweizer Pärchen, bei dem offenbar er das zahlende Mitglied und sie die Schönheit ist mit ihren goldenen Schühchen und dem sonstigen, dicken Goldbehang an jeder Stelle. 2 Flaschen teuren Weins müssen's schon sein. Dort die österreichische Gruppe von Ricoh. 3 Frauen sind darunter, wovon 2 allerdings übersehen werden. Die dritte ein rassisches Weib mit vorne und hinten was dran und sich ihrer Exotik voll bewußt. Ihr Gang zeigt`s. Der unnatürliche, strohblonde, reifere Pagenkopf füllt gerade ihren Teller mit Langustenstückchen und ganz hinten noch Frau Schmitt, die alte Dame, deren Mund nicht still steht und die bereits das 6. mal hier ist. Ein Opfer hat sie an ihrem Tisch gefunden, das sich nicht mehr davonstehlen kann. Auch die nette Frau aus Chemnitz mit ihrem leichten sächsischen Dialekt macht die Runde um den Tresen. Ihren Mann sehe ich von hier aus nicht; es ist ein ehemaliger Metzger sowie Westler und heutiger Vertreter für alles was in Würste gehört. Unser Magen ist schon längst übervoll, doch das eine oder andere muß noch sein. Meine Erkundigungen bei der Reiseleitung haben im übrigen ergeben, daß das Buffet voll in die Halbpension eingehe. Lediglich in den Restaurants müsse der Überschuß über das Normalessen beglichen werden. Aber warum sollten wir in Restaurants essen bei diesen phantastischen, jeglichen Geschmack zufriedenstellenden Buffets? Tatsächlich haben wir denn auch kein einziges mal woanders gespeist. |
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